08. August – Entdeckungen auf hoher See

Heute heißt es Abschied nehmen von Tättö Camping, aber wir entscheiden uns spontan, doch noch einmal aufs Wasser zu gehen und die Schären zu erkunden. Also gehen wir zur Rezeption, und tatsächlich ist noch ein Boot verfügbar. Zwar kein Motorboot, aber das bedeutet Sport für Thorsten: Es wird gerudert. Thorsten rudert mit dem Boot um die Halbinsel herum von der Rezeption bis zu unserem Stellplatz. Dort steigen dann Mone, Linus, Ida und sogar Polly ein. Wir nehmen ihr ein weiches Vetbed mit, und mit ein wenig Nachhilfe steigt sie tatsächlich ein. Wir sind ganz stolz auf sie.

Dann rudern wir los, um die Spitze herum. Es gibt etwas Strömung, was die Fahrt schon anstrengend macht. Auch danach treibt uns die Strömung mal hierhin, mal dorthin, aber wir kommen gut voran. Nach einer Weile erreichen wir eine Insel, unsere ganz persönliche Schäre. Wir steigen aus, was etwas abenteuerlich ist, und erkunden die kleine Insel, die wahrscheinlich so 50 Meter lang und 20 Meter breit ist. Aber es fühlt sich an, als würde sie uns gehören.

Polly ist ganz aufgeregt, erkundet jeden Winkel und jede Ecke, geht schwimmen in der kleinen Bucht, um die Spitze herum, steigt an einer anderen Stelle wieder heraus und ist glückselig. Wir finden auch eine Kiste, aber eine Schatzkiste ist es leider nicht. Danach steigen wir wieder ins Boot und rudern weiter.

Wir umrunden eine weitere Insel, die wirklich prachtvoll bebaut ist. Oben steht eine schwedische Villa, ein Bootshaus mit Steg und noch ein weiteres kleines Häuschen auf der anderen Seite. Da kann man schon ein bisschen neidisch werden. Vorbei an Schwänen und Gänsen geht es wieder zurück bis zu unserem Campingplatz.

Bei unserem Stellplatz steigen Polly und Mone wieder aus, und Linus und Ida wollen auch noch mal rudern. Zu dritt bringen wir das Boot zurück zum Anlegeplatz, geben es bei der Rezeption ab und gehen zurück zur Molli. In der Zwischenzeit hat Mone schon angefangen, alles startklar zu machen. Mit einigen Handgriffen, mittlerweile sehr routiniert, machen wir alles fertig für die Abreise.

Weiter geht es dann nach Hultsfred zu einem neuen Campingplatz, den wir online gefunden haben. Zu Beginn rumst die Auflaufbremse von Molly recht doll, was sich aber nach einigen Minuten von selbst erledigt. Die Reise ist recht kurz, etwa anderthalb Stunden, und wir kommen entspannt an.

Auch der gesamte Campingplatz ist sehr entspannt. Wir werden freundlich begrüßt und bekommen sogar die Information, dass bei schlechtem Wetter das eigene Café alles bis zum Stellplatz liefert. Es stehen tolle Waffeleisen bereit, die uns direkt Lust auf Waffeln machen. Wir fahren die wenigen Meter bis zu unserem Stellplatz 71 und richten uns gemütlich ein, da wir drei Nächte bleiben werden – auch mit Teppichen, Pflanzen, Schuhregal und allem, was sonst noch dazugehört. Wenige Meter von unserem Stellplatz entfernt gibt es sogar einen Hundestrand, den Polly sofort erkundet.

Kurz danach holen wir uns tatsächlich Waffeln. Da das Wetter schön ist, nehmen wir sie selbst mit bis zu unserer Molly und essen dort gemütlich mit schöner Aussicht Wåffla met Sylt och grädde (Sahne auf Schwedisch).

Anschließend fahren Ida und Thorsten zum nahegelegenen Supermarkt und kaufen ein, denn heute Abend will Ida kochen. In der Zwischenzeit kümmert sich Mone um die Wäsche. Es gibt hier zwei gute Waschmaschinen und Trockner, und wir haben mittlerweile mehr als genug schmutzige Wäsche angesammelt. Wieder zurück am Campingplatz kocht Ida ein typisch schwedisches Gericht, es gibt Pyttipanna – ein Gericht mit gebratenen Kartoffeln, gebratenem Leberkäse, den wir aufgrund eines Mangels im Supermarkt durch eine Art Fleischwurst ersetzen, Frühlingszwiebeln, Rote Bete und Speck. Wirklich sehr lecker. Danach machen wir noch eine kurze Runde bis an den See, der in der Abendstimmung wunderschön aussieht und eine sehr ruhige Atmosphäre vermittelt. Wir machen es uns gemütlich und schlafen etwas früher als sonst.

Gute Nacht!


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