Nach der atemberaubenden Nacht schlafen wir etwas länger als gewöhnlich und sind dennoch etwas müde. Aber es hat sich mehr als gelohnt. Wir frühstücken relativ spät, und heute haben wir nur eine Sache auf dem Programm: Wir fahren zum Åsnen-See, zu unserem geliebten Campingplatz Getnö Gård. Wir bauen also alles ab, laden alles ins Auto, machen Molly startklar und dann geht es los.
Leider funktioniert bei der Abfahrt der Mover schon wieder nicht – unsere ganz persönliche unendliche Geschichte. Für die Abfahrt ist das kein Problem, da es nicht besonders schwierig ist, Molly anzukoppeln, und dann geht es los. Etwa zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt nach Süden. Wir fahren ganz entspannt und kommen am Nachmittag gegen 15 Uhr an. Schon die letzten Kilometer erfüllen unser Herz wieder mit Glück. Links und rechts die Seenlandschaft, viele Seerosen und ganz viel Vorfreude auf unseren Lieblingsplatz in Schweden.
Wir checken ein, werden freundlich begrüßt und machen uns auf den Weg zu unserem Platz Nummer 30, den wir schon Anfang des Jahres vorab gebucht hatten. Ein Platz mit Strom, direkt am See – aber wirklich direkt. Die Fahrt über die engen Wege von Getnö Gård ist etwas spannend, aber das ist nichts im Vergleich zur Ankunft auf unserem Platz. Die Stelle, die wir ausgesucht haben, ist wirklich wunderschön. Wir stehen nur wenige Meter vom Wasser entfernt mit einem traumhaften Blick über die Bucht voller Seerosen. Aber die letzten Meter sind sehr eng, vorbei an Feuerschalen und Bäumen, vorbei an den bereits parkenden Wohnmobilen, und dann in die allerletzte Ecke, ganz nach außen, in unseren privaten Bereich. Hier ist das Manövrieren sehr schwierig. Es gibt viele Steine und Unebenheiten im Boden. Es ist relativ eng, der Boden ist abschüssig und leider funktioniert der Mover nicht. Nur ein oder zwei Nervenzusammenbrüche später haben wir es aber geschafft. Zwischendrin wurde der Mover wieder repariert und die Batterie zweimal aufgeladen. Wir haben Molly mit dem Keil auf einen kleinen Stapel von Steinplatten hochgefahren, sodass sie wenigstens halbwegs gerade steht und nicht total schief. Das sieht etwas abenteuerlich aus, aber ist doch erstaunlich stabil!
Ab diesem Moment können wir dann in vollen Zügen den Rest des Tages genießen. Der Platz ist einfach ein Traum. Wir haben unsere kleine eigene Feuerstelle nah am Wasser und richten uns sofort gemütlich ein. Wir reparieren das Sonnensegel, das in Hultsfred noch leicht beschädigt wurde, stellen die Pflanzen und Stühle auf und genießen die Aussicht. Wir trinken Kaffee und essen Leckereien, die wir bei der Rezeption im Lantcafé gekauft haben.

Danach machen wir einen kleinen Spaziergang. Es gibt hier drei verschiedenfarbig markierte kleine Wanderwege. Den ersten beginnen, brechen aber nach etwa einem Kilometern ab, weil wir eigentlich nur zur Rezeption wollen: wir möchten Feuerholz kaufen.
Leider war es da schon ein bisschen zu spät. Im Prospekt steht, die Rezeption habe bis 20 Uhr geöffnet, aber leider hat sie schon um 19 Uhr geschlossen, sodass wir um 19:30 Uhr vor verschlossenen Türen stehen.
Nichtsdestotrotz wollen wir ein Feuer machen, also gehen wir in den Wald, sammeln verschiedene große und kleine Holzstücke und bringen sie zu Molly. Mone bereitet einen Teig für Stockbrot vor und kocht eine warme Tomatensuppe. Im Dunkeln entzünden wir das Feuer – ganz ohne Grillanzünder, was Idas persönlicher Ansporn war – und dann genießen wir Stockbrot mit Käsewürfeln und Tomatensuppe. Was braucht man mehr?
Der Sternenhimmel über uns ist wieder traumhaft schön, aber heute ohne Polarlichter. Wir freuen uns auf die nächsten vier Tage, denn genau wie auf Öland haben wir auch hier fünf Nächte gebucht. Gute Nacht!






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